5 Babies

Hallihallo, heute habe ich nach längerer Zeit mal wieder ein Portrait. Diese Zeichnung von fünf Kindern hat mich vor einige Herausforderungen gestellt, angefangen damit, dass ich nicht mein gewohntes Papier benutzen konnte. Ich arbeite mittlerweile gerne mit dem „Aquafine Smooth Watercolour Paper“ von Daler Rowney, aber leider wird es nicht grösser als DIN A3 angeboten, und das reichte für diesen Auftrag nicht aus. Ich besitze einen Block DIN A2 Acrylpapier, auch von Daler Rowney, dessen Vorderseite eine leinenartige Prägung hat, aber die Rückseite sieht sehr glatt aus, also habe ich dieses benutzt. Es war allerdings nicht so einfach zu bearbeiten wie ich mir das vorgestellt hatte, denn der Graphit liess sich nicht sofort in kräftigeren Tönen auftragen, da er so nicht auf dem Papier haften blieb. Ich musste ihn deshalb mühsam in vielen Schichten auftragen um die gewünschten Tiefen zu erzielen.

Ich war gebeten worden, die kleinen Kinder ungefähr gleichaltrig zu zeichnen, in der Realität sind sie mit ihrem Alter weit unterschiedlich. Die Fotos waren grösstenteils recht klein und / oder es mangelte ihnen an Schärfe, obwohl der arme Kunde auf der Suche nach passendem Material sein Haus auf den Kopf gestellt hat. Heutzutage halte ich mich in Situationen wie dieser exakt an die vorgegebenen Fotos, anstatt fehlende oder nicht so gut sichtbare Details einzuarbeiten. Das bedeutet, dass Tortillons  und Knetgummis häufig zum Einsatz kommen um Einzelheiten etwas zu entschärfen, und die Zeichnung wirkt am Ende vielleicht nicht ganz so geschliffen wie sonst. Aber dafür sieht sie dann ganz genauso aus wie das Foto und ich verfälsche nichts. Alles in allem ist das Ergebnis nicht schlecht, denke ich, und der Kunde meint das auch.

Ich habe gestern eine Ewigkeit online „verbracht“, um mich darüber zu informieren, welches Papier für fotorealistische und hyperrealistische Zeichnungen am besten geeignet ist, aber ich bin noch zu keiner Entscheidung gekommen. Ich finde es lästig, dass heute so viel über das Internet gekauft werden muss, ich gehe viel lieber in einen Laden, wo ich sehen und fühlen kann, was ich kaufe. Leider gehört das für mich wohl der Vergangenheit an, –  wenn man hinter dem Mond wohnt, kann man nicht so viel erwarten. Wenn also jemand hier seine oder ihre Erfahrungen mit mir teilen möchte … – fühlt Euch dazu herzlich eingeladen.

5 Babies. Zeichnung.

5 Babies. Graphit auf der Rückseite von DIN A2 Acrylpapier.

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2 Kommentare zu “5 Babies

  1. Klasse, Sonja! Du hast es echt drauf! Ich finde die Zeichnungen sehr fein differenziert. Was mir auch sehr gut gefällt ist, wie Du die Fotos am unteren Rand weich auslaufen lässt. Sehr natürlich!

    Nur eines hätte mir nicht so zugesagt: Alle Babies auf ein Bild zu bannen. Ich hätte den Kunden gefragt, ob es nicht Einzelbilder sein können.
    Ich stand auch mal vor der Entscheidung und habe die Frage mit der Kundin gemeinsam erörtert.
    Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass vielleicht eines Tages die Kinder ihre eigenen Bilder mal erben … und wer soll die eine Zeichnung dann bekommen? Wenn jedes Kind eine eigene Zeichnung hat, gibt es keinen Streit darum.
    Außerdem finde ich (mein persönlicher Geschmack), dass Einzelzeichnungen wertvoller wirken.
    Das zu dem Thema …

    Die Entscheidung für ein optimales Papier für fotorealistisches Zeichnen ist bei mir auch noch eine offene. Daher verfolge ich mit Spannung, was Du so herausfindest. Ich habe bisher halt nur meinen Skizzenblock genommen (von BRUNNEN) und war damit bisher nicht unzufrieden, allerdings kenne ich auch nichts anderes.

    Mit dem Knetradierer habe ich übrigens ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht. Er hinterließ so eine Art Fettschicht und das Zeichnen war hinterher nicht mehr möglich, ohne, dass man diese fiesen Spuren sah. Der Knetradierer veränderte den Untergrund. Deswegen habe ich den in die hinterste Schubladenecke verbannt.

    Dann eine kurze Anfrage … ich hatte Dir eine Mail geschickt. Nur, weil ich gern wüsste, ob sie im Nirgendwo gelandet ist … ist sie bei Dir angekommen? Ich habe eine Mailadresse von so einer blauen Website von Dir verwendet.

    Liebe Grüße und gut Stift … oder wie sagt man unter Portraitzeichnern?
    Ulrike

    • Hallo Ulrike, doch, Deine Mail ist angekommen und ich werde auch noch antworten. Bin nur noch nicht dazu gekommen, Steuererklärung und Unwetter waren da so ein bischen im Weg 🙂

      Schön, dass Dir die Zeichnung gefällt, so toll ist das Foto davon ja nun leider nicht geworden. Irgendwie muss ich mir für das Fotografieren der Sachen noch Zubehör zulegen.

      Zu Deinem Punkt über das Mehrfachportrait – solche Dinge überlasse ich i. d. R. meinen Kunden. Ich denke mir schon, dass sie sich darüber bereits Gedanken gemacht haben, wenn sie mich ansprechen, das ist für die meisten eine Preisfrage und eine Platzfrage gleichermassen, und ich mag mich da ungern einmischen. Wenn noch Ungewissheit besteht, wird das natürlich diskutiert. Dabei steht die Frage, wer beim Ableben des Besitzers das Portrait bekommt, eigentlich nie zur Debatte, denn DAFÜR wird im Allgemeinen die Zeichnung nicht in Auftrag gegeben, sondern für eine oder mehrere Personen, die sich jetzt daran erfreuen sollen/wollen.

      Ich habe meinen Kunden besucht, und er hatte für die Zeichnung einen ganz bestimmten Platz an der Wand vorgesehen, wo sie ein Familienfoto ersetzen sollte. Für fünf gerahmte Bilder wäre in seinem Wohnzimmer gar kein Platz, und das ist hier nicht so ungewöhnlich. Davon abgesehen hätte ich es bei der mangelnden Qualität der Vorlagefotos höchstwahrscheinlich abgelehnt, Einzelportraits herzustellen. Die wären dann nämlich recht klein ausgefallen, und so klein will ich einfach nicht mehr arbeiten, wenn es nicht sein muss.
      Die einzigen Bedenken, die ich bei dieser Zeichnung hatte, waren die Altersunterschiede der Kinder. Der Kunde wollte sie alle etwa gleichaltrig gezeichnet haben, ich hätte sie lieber mit den aktuellen Altersunterschieden dargestellt, das wäre natürlicher gewesen. Aber das ging dann auf Grund mangelnder Fotos nicht, also sind wir beim Babyalter geblieben.

      Knetradierer und Fettschicht? Ist mir noch nicht so aufgefallen, ich benutze die ständig, häufig sogar Blu-tack, das ist so eine Knetmasse, die hier für nicht dauerhaftes „Kleben“ (z.B. Anheften von Postern an die Wand) benutzt wird, und die fühlt sich noch fetthaltiger an. Vielleicht hat das mit Deinem Papier zu tun. Skizzenblock klingt nicht besonders kräftig und hat sicher eine ganz, ganz glatte Oberfläche. Ich brauche da etwas widerstandsfähigeres, mit einer ebenfalls glatten Oberfläche, aber nicht so glatt wie Druckerpapier. Deshalb gefiel mir das Aquafine so gut, das war genau richtig, und ich ärgere mich, dass ich das nicht grösser bekommen kann. Nun bin ich auf der Suche, welche ich mittlerweile etwas eingegrenzt habe. Dann werde ich mir wohl was bestellen und mal ausprobieren, aber so ganz billig wird das nicht.

      Gut Stift? Na ja, wenn’s sein muss 😀

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