Die Kleinen

Hey!  Ich bitte um Verzeihung für mein langes Schweigen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt meiner Aktivitäten im Garten, um diesen endlich in einen Zustand zu bringen, welcher mir in zukünftigen Jahren reichlich Gelegenheit für Fotografie und Malen von Blumen bieten soll, so dass ich dafür nicht immer die Gärten anderer besuchen muss. Die Arbeiten sind noch nocht abgeschlossen und die Zeichnerei  ist deswegen stark im Hintergrund versunken. Nähkurse mit unerwarteten Hausaufgaben haben dazu ebenfalls beigetragen, sowie die Krankheit eines nahen Verwandten, der nun viel Zeit und Engagement anderer Familienangehöriger benötigt, was wiederum meine Arbeitslast – zum Nachteil des Zeichnens – vermehrt.

Trotz alledem, und trotz nicht vorhandener Werbung in diesem Jahr, gab es einige Aufträge, und wenn mir jemand die Ehre erweist, mich aus dem riesigen Heer der Künstler für eine Arbeit auszuwählen, lehne ich sie ungern ohne triftige Gründe ab.

Die Kleinen

‚Die Kleinen‘. Bleistift auf DIN A3 Aquarellpapier.

Dies ist die Abbildung einer Zeichnung, die ich kürzlich erstellt und ausgeliefert habe. Ich bitte für den Mangel an Qualität des Fotos um Entschuldigung, irgendwann werde ich dies vielleicht mit akzeptablen Resultaten meistern! Die Arbeit ist eine Zusammenstellung von zwei Vorlagefotos, und gemäss dem Wunsch des Kunden mit Beimengung von etwas Fantasie. Die vom Kunden bereitgestellten Fotos kamen aus dessen Handy, was mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist, obwohl ich mich damit in Zukunft wahrscheinlich wohl oder übel anfreunden muss. Nachdem der Kunde diese so vergrössert hatte, dass ich damit arbeiten kann, war klar, das sie nicht scharf genug waren, normalerweise ein Grund zur Ablehnung des Auftrags. Zum Glück hatte ich bei dem Besuch den Fotoapparat dabei, allerdings lässt meine Porträtfotografie bedauerlicherweise einiges zu wünschen übrig, – lebhafte Kinder sind eben anders als die ruhigen Blumen und Blüten, die ich normalerweise fotografiere. Die Fotos hätten also durchaus besser sein können, und sollen, allerdings stellten sie einen Fortschritt im Vergleich mit den zur Verfügung gestellten Bildern dar. Ich hoffe, ich bin den Kleinen gerecht geworden, Mutti war jedenfalls begeistert, und Opa ebenso.

Ich habe für diese Arbeit denselben Malgrund gewählt wie für den Dalmatiner „Biffy“ (zu sehen hier   https://schattengestalten.wordpress.com/2013/09/10/biffy/), den ich vor einigen Monaten gezeichnet habe. Mit diesem dickeren Aquarellpapier erziele ich bessere Ergebnisse als mit den Zeichenpapieren und –kartons, die ich in der Vergangenheit verwendet habe. Die Oberflächenstruktur ist ebenmässiger als viele andere Aquarellpapiere und ich habe die Zeichnung auf der Rückseite erstellt, da  sie dort noch glatter ist. Trotzdem hatte das Grafit noch Halt genug.

Diese Papierglätte hat mich dazu verleitet, sogenannte Papierwischer, oder Estompen, bestehend aus gerolltem und gepresstem Papier, zu verwenden. Sie helfen, das Grafit in gleichmässigen Schichten auf der Fläche zu verteilen. In der tiefen Vergangenheit habe ich ähnliches mit Fingern, Taschentüchern oder Wattestäbchen erreicht, verwende diese Technik aber wegen ihrer oft unverhergesehenen und häufig irreversiblen Ergebnisse schon viele Jahre nicht mehr. Die Schattierungen, die als Grundlage aufgetragen werden, sind nach dem Verwischen plötzlich um ein Vielfaches dunkler, und passen dann nicht mehr ins Gesamtgefüge, wenn dies nicht von vornherein eingeplant wird. Meine Schattierungen werden daher normalerweise nur unter Verwendung von verschiedenen Bleistiften, sprich Feinminenstiften in meinem Fall, unter Ausübung von unterschiedlichem Druck, und das direkte Auftragen mehrerer Grafitschichten erreicht.

Diese Zeichnung war arbeitsintensiv, wie das beim Ausprobieren neuer Arbeitsweisen eben so ist, und ich denke, es braucht noch eine Menge Übung, aber für den ersten Versuch mit Papierwischern ist das Ergebnis nicht schlecht. Die Wischtechnik ist auf keinen Fall eine schnelle Lösung für den eiligen Künstler, denn der Papierwischer will wie ein Bleistift behandelt werden, jedoch ein Bleistift, dessen Verwendung besondere Sorgfalt erfordert. Aber Übung macht den Meister, und selbst, wenn ich dieses Ziel niemals erreiche, schadet es ja nicht, danach zu streben.

Vielen Dank, Mädels und Jungs, jung und nicht so jung, fürs Gucken und fürs Lesen, ich freu mich drüber!

Advertisements

2 Kommentare zu “Die Kleinen

  1. Hallo Sonja,

    die gefallen mir auch sehr gut, die beiden.
    Die Problematik mit diversen Papierwischern kenne ich auch.
    Die Estompen sind oft zu dick, dünnere gibt es ja auch, aber bisher habe ich mir noch keine bestellt.
    Im heimischen Handel hat man so etwas nicht, auch nicht auf Bestellung.
    Provinz halt … da muss man doch ins Netz ausweichen.

    Was ich auch gern verwende, sind kleine Lidschattenapplikatoren aus Schaumstoff, die schaffen sehr weiche Übergänge.
    Man kann auch feine Lidschattenpinsel benutzen.

    Hast Du schon mal mit Ölfarbe gezeichnet? Ich habe es erst einmal probiert, war aber vom ersten Ergebnis schon recht angetan. Das müsste ich noch viel mehr üben (dry-brush-technique – Du weißt, was ich meine?).

    Hier
    http://art-reich.blogspot.de/2014/07/mein-werkzeug-fur-dry-brush.htm

    und hier
    http://art-reich.blogspot.de/2014/07/kleine-dry-brush-ubung.html

    findest Du Besipiel aus meinem Blog.

    LG, Ulrike

    • Ich habe eine Auswahl verschiedener Papierwischer, und was zu dick ist, kann mit einem Skalpell, oder besser noch, mit Sandpapier bearbeitet werden, um das Ende so zu formen, wie es benötigt wird. Auch ich wohne in tiefster Provinz und muss mich im Internet nach den gewünschten Materialien umschauen, es ist lästig, aber mittlerweile kann ich damit leben. Die Auswahl ist so um vieles grösser.

      Wattestäbchen, Lidschattenpinsel, Malpinsel, habe ich alles probiert, und für unzulänglich befunden. Mein letztes Portrait (noch nicht veröffentlicht) habe ich in der Hauptsache mit Estompen produziert, um die nicht so ganz scharfen Vorlagefotos zu imitieren. Einzelheiten einzuarbeiten, die ich nicht sehen kann, habe ich über die Jahre aufgegeben, das geht zu häufig daneben. Für das eben angesprochene Portrait hatte ich das Papier unglücklich gewählt, weil ich gerade kein anderes dieser Grösse zur Hand hatte, mit der Folge, dass ich die Papierwischer unter relativ grossem Druck verwenden musste, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Das hätten Lidschattenpinsel nicht hergegeben.

      Von Dry Brush habe ich noch nichts gehört, nur gerade mal kurz gegoogelt. Ich weiss nicht, ob das so mein Ding ist, man soll ja bekanntlich nie nie sagen. Jedenfalls hast Du damit ganz interessante Ergebnisse erzielt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

shadedfaces in threads

textile crafts and experiments

Atalante Knits

through space and time

Atelier Nostalgia

Nostalgic musings, on historical clothing, traditional costume, fantasy, photography and history.

Encouraging Expression Speech and Language Services, PLLC

Serving Benzie County and the Surrounding Area

The Hazel Tree

an online magazine edited by Jo Woolf

My Food And Flowers

Two of the Great Joys in Life!

chinelo bally

Dressmaker| Author| Blogger| Freehand cutter

Gourmet Paper Mache Blog

Advanced Paper Mache Art

Gourmet Paper Mache

Not your third grade paper mache

koffer zu klein

Ideen zu groß

Of Plums and Pignuts

forest gardening and perennial vegetables

Quartz

Quartz is a digitally native news outlet for the new global economy.

Richard Sugden

"The important thing is not the camera but the eye."

Aided and Abetted by Tea

Writing inspired by the act of drinking tea

Chooks and Roots

A garden blog by a keen gardener - results more luck than judgement

s-u-n-s-r-a-y-s

photographic experiments by a newbie in the field

gwenniesgarden

a blog about my garden and my soft spot for cacti and succulents, travelling and art

Nicole L. Bates

official site

nachgetragen!

Subjektiv, polemisch, nachtragend.

Teacups Press

Publishing website for Tearoom Delights

Scrapunzel

Uniquely normal is as uniquely normal does.

rigmover

I Travel, I Take Photos

basicgardener

Sharing my Passion for Gardening and Plants

Tulloch's View of Scotland

Well, with a little bit of a blog actually ...

Scott K Marshall Photography (@skm1963)

developing my photography in Moray & the Scottish Highlands

%d Bloggern gefällt das: